Tarifvertrag – Was ist das eigentlich?

March 10, 2010 by admin · 1 Comment
Filed under: Zeitarbeit 

In der Arbeitnehmerüberlassung überschlagen sich momentan die Ereignisse in Bezug auf Tarifverträge, Grund genug sich einmal damit zu beschäftigen, was eigentlich ein Tarifvertrag ist.

Tarifvertrag

In Deutschland ist der Tarifvertrag ein schriftlicher Vertrag zwischen den Tarifvertragsparteien. In Österreich wird er Kollektivvertrag und in der Schweiz Gesamtarbeitsvertrag genannt. In der sogenannten D-A-CH-Region gibt es überall Tarifverträge. Tarfivertragsparteien sind tariffähige Arbeitnehmer und tariffähige Arbeitgeber. Tariffähige Arbeitnehmer sind Gewerkschaften, z.B. DGB oder CGB. Tariffähige Arbeitgeber sind Arbeitgeberverbände, in der Zeitarbeit sind das beispielsweise der BZA und der iGZ e.V.. In Deutschland sind ca. 80% der Arbeitnehmer direkt oder indirekt durch einen Tarifvertrag geschützt.

Die Funktionen eines Tarifvertrages

Schutzfunktion

Die Funktion des Tarifvertrages ergibt sich aus den gesetzlichen Grundlagen, dem Tarifvertragsgesetz (TVG) und dem Grundgesetz (Art.9 GG). Der Gesetzgeber ist davon ausgegangen, dass der Arbeitnehmer grundsätzlich der Schwächer ist in der Verhandlung seines Arbeitsvertrages mit dem Arbeitgeber. Um diese Schwäche auszugleichen, kommt dem Tarifvertrag eine Schutzfunktion gegenüber dem einzelnen Arbeitnehmer zu. Mit Hilfe der Gewerkschaft als Arbeitnehmervertreter soll ein Gleichgewicht der Kräfte hergestellt werden. Innerhalb der Tarifverhandlung besteht dieser Schutzanspruch nicht mehr, beide Tarifparteien werden gleich behandelt.

Verteilungsfunktion

Über einen Tarifvertrag wird der gesamtwirtschaftliche Überschuß an den Arbeitnehmer verteilt, durch Lohnerhöhungen oder andere Vergünstigungen wie z.B. Erhöhung des Urlaubsgeldes, Weihnachtsgeldes, 13.Monatsgehalt oder andere Leistungen.

Gestaltungsfunktion

Der Tarifvertrag ermöglicht auch eine Gestaltung des Arbeitsverhältnisse bzw. der Arbeitsbedingungen, da Arbeitszeit, Kündigungsfristen und ähnliches geregelt werden können.

Orientierungsfunktion

Einzelne Tarifabschlüsse haben Orientierungswirkung für die Arbeitnehmer, da sie erkennen können, wieviel ihre Arbeit Wert ist. Für andere Branchen ist ebenfalls eine Orientierungsfunktion gegeben, da sich deren Arbeitnehmer an den Abschlüssen orientieren können.

Vorteile für Arbeitgeber

Für Arbeitgeber ergeben sich ebenfalls Vorteile aus einem Tarifvertrag, da sie nicht mehr jeden Arbeitsvertrag individuell aushandeln müssen und so entsteht Planbarkeit und Sicherheit.

Es gibt verschiedene Tarifverträge, wie Mantel-, Rahmentarifvertrag, Flächen-, Verbandstarifvertrag und Firmen-, bzw. Haustarifverträge. Weiter gibt es auch Lohn-, Entgelt-, oder Gehaltstarifverträge. Deutschlandweit üblich sind Verbands-, bzw. Flächentarifverträge. Betriebsvereinbarungen gehören nicht zur Gruppe der Tarifverträge. In der Zeitarbeitsbranche handelt es sich um einen Branchentarifvertrag, der zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden abgeschlossen wird. Ein Tarifvertrag regelt auch die Mittel eines Arbeitskampfes. Die Gültigkeitsdauer eines Tarifvertrages wird jedes Mal neu festgelegt. Ein Tarifvertrag gibt den Vertragsparteien einen Anspruch auf Durchsetzung der Vereinbarungen, d.h. dem einzelnen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Abweichungen von einem gültigen Tarifvertrag sind lediglich möglich, wenn eine sogenannte Öffnungsklausel vorliegt.

 


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Image Zeitarbeit, Leiharbeit, AüG

March 10, 2010 by admin · 5 Comments
Filed under: Zeitarbeit 

ZEITARBEITtransparent.de beschäftigt sich mit Zeitarbeit, Leiharbeit und Arbeitnehmerüberlassung, kurz AüG. Diese Branche hat schon von Beginn an mit einem schlechtem Ruf zu kämpfen, sie steht für Sozialabbau, berufliche Unsicherheit, Ausbeutung, Abzocke. In letzter Zeit wurde sogar über die Daseinsberechtigung der Arbeitnehmerüberlassung diskutiert.

Warum hat sich der schlechte Ruf der Zeitarbeitsbranche derart manifestiert?

Zunächst regelte das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz 1972 die gewerbsmäßige Überlassung von Arbeitnehmern durch Verleihunternehmen, hauptsächlich mit dem Ziel soziale Sicherheit für den Zeitarbeitnehmer zu gewährleisten und einen angemessenen Schutz vor Ausbeutung in der Zeitarbeit zu bieten. Demnach sollte es eigentlich unmöglich sein sich einen derart schlechten Ruf zu erarbeiten. Doch schon diese Zielsetzung spricht eine deutliche Sprache.
Mit den Hartz I Regelungen und dem Gesetz für moderne Dienstleitungen am Arbeitsmarkt wurde das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AüG) nachhaltig geändert. Es wurden wesentliche Schutzbestimmungen für den Zeitarbeitnehmer gestrichen. Gestrichen wurde unter anderem das besondere Befristungsverbot, das Synchronisationsverbot, das Wiedereinstellungsverbot und die Beschränkung der Überlassungsdauer auf höchstens zwei Jahre. Nach diesen Streichungen entwickelte sich die Zeitarbeitsbranche zu einem sogenannten Jobmotor und erlebte einen ungeahnten Boom. Arbeitsmarktpolitisch war diese Entwicklung gewollt und der schlechte Ruf der Branche damit zementiert.

Die Streichungen von Schutzbestimmungen wurden durch das sogenannte Equal-Pay und Equal-Treatment ersetzt.

Aufbruch zu besserer Zeitarbeit?

Durch Tarfiverträge versucht die Zeitarbeitbranche nun ihren Ruf zu verbessern. Gewerkschaften und Verbände der Zeitarbeitsfirmen (BZA und iGz) arbeiten an einem neuen Image für die Leiharbeit. Das Instrument des Tarifvertrages wird nun eventuell zu Gunsten der Arbeitnehmer eingesetzt. Zu Beginn wurden Tarifverträge in der Arbeitnehmerüberlassung dazu eingesetzt, die geltenden Regelungen wie Equal-Pay und Equal-Treatment zu unterlaufen. Aktuell gibt es neue Tarifverträge der CGB (Christlicher Gewerkschaftsbund Deutschland) und des DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund). Beide enthalten Regelungen die sich konkret auf die in letzter Zeit angeprangerten Mißstände in der Arbeitnehmerüberlassung beziehen, ein Verbot der konzerninternen Arbeitsnehmerüberlassung (u.a. Schlecker-Meniar-Fall) und eine Mindestlohnvereinbarungen (Anti-Dumping-Lohn-Klausel; Mindestlohndiskussion), sowie ein Lohnerhöhung (schlechte Bezahlung) für Zeitarbeitnehmer in den nächsten Jahren.

Die Wirkung der neuen Tarifverträge muss sich erst noch zeigen. Mit den neuen Regelungen könnte eine Verbesserung des Images der Zeitarbeit möglich sein.

 

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Zeitarbeit, der Herbst der Zeitarbeitsfirmen?

July 18, 2009 by admin · Comment
Filed under: Zeitarbeit 

Die Zeitarbeitsbranche in der Krise

Die Zeitarbeitsbranche wurde durch die Wirtschaftskrise schwer getroffen, viele Experten sagen, als erste aller Wirtschaftsbranchen. Diesen ersten Platz hätten die Zeitarbeitsfirmen wohl nicht unbedingt gewollt. Doch als Flexibilisierungsinstrument am Arbeitsmarkt ist dieser erste Platz fester Bestandteil der Zeitarbeit.

Die Hauptfunktion von Zeitarbeit ist stark vereinfacht dargestellt, dass Unternehmen mit Hilfe von Zeitarbeit extrem flexibel auf Konjunkturschwankungen reagieren können. Zu Beginn der Wirtschaftskrise haben die Unternehmen, die Zeitarbeit für sich nutzten, davon Gebrauch gemacht. Die Zeitarbeitsfirmen haben vielen Zeitarbeitern gekündigt und Verträge auslaufen lassen bzw. diese nicht verlängert.

Wie geht es weiter mit der Zeitarbeit?

Die Branche hat sehr von der Gesetzgebung und Hartz IV profitiert, sie war in den letzten Jahren in einem stetigen Aufstieg. Aktuell hat die Zeitarbeitsbranche einen schweren Umsatzeinbruch zu verkraften.

Die Frage ist, wie dies Aussehen wird.

Die Experten sprechen von einer Marktbereinigung. Marktbereinigung heisst, dass es zu einem Verdrängungskampf zwischen den Zeitarbeitsfirmen kommen wird. Verdrängungskampf wiederum heisst, dass man nicht mehr lediglich um neue Kunden kämpft, sondern versucht Marktanteile anderer Zeitarbeitsfirmen an sich zu reißen. Dabei werden viele kleine und mittlere Zeitarbeitsfirmen aufgeben müssen, wenn Sie keine lukrative Nische für sich finden.

Dieser Verdrängungskampf wird meist über den Preis geführt und agressive Werbung.

Der Peiskampf wird die Zeitarbeit für Unternehmen, die Zeitarbeit für sich nutzen wollen noch attraktiver machen. Dies wird sich vor allem bei einer Erholung der Wirtschaft positiv auswirken. Die Zeitarbeitsbranche wird am Ende der Wirtschaftskrise erneut den ersten Platz der Wirtschaftsbranchen belegen, die vom Ende der Wirtschaftskrise profitieren.  Viele Stimmen sagen der Zeitarbeitsbranche einen erneuten Boom voraus.

Die Zeichen für einen heissen Herbst mehren sich und für den Arbeitnehmer/Zeitarbeit sieht es nicht gut aus!

Zeitarbeit – gibt es auch in der Krise noch die Übernahme?

April 6, 2009 by admin · Comment
Filed under: Zeitarbeit 

Zeitarbeit – Übernahme in Festanstellung trotz Krise?

Die Zeitarbeitsbranche ist ein Frühindikator für die aktuelle Wirtschaftskrise gewesen, tausende Zeitarbeiter/Leiharbeiter haben bereits ihren Job verloren. Man spricht von ca. 200.000 Beschäftigten weniger bei den Zeitarbeitsfirmen und weiteren Tausenden, die bereits in Kurzarbeit sind. Die Zeitarbeitsfirmen wissen, dass sich hier ein Branchenrisiko verwirklicht und haben sich mehr oder weniger darauf eingestellt.

Doch wie ist es für die Zeitarbeiter und Leiharbeiter, die noch für ihre Zeitarbeitsfirma arbeiten und denen der Job im Einsatzunternehmen schmackhaft gemacht wurde mit einer möglichen Übernahme in eine Festanstellung bei eben diesem Einsatzunternehmen?

Wie kommen die Zeitarbeiter damit zurecht?

Die Situation ist nicht leicht, denn viele Zeitarbeiter/Leiharbeiter haben sich gerade mit einer möglichen Übernahme in eine Festanstellung bei ihrem Einsatzunternehmen motiviert. Für alle Arbeitnehmer-innen ist die Wirtschaftskrise nicht leicht, doch für viele Zeitarbeiter/Leiharbeiter fällt ein wesentliches Element der Motivation weg.

Zeitarbeit,Kurzarbeit2009,Übernahme in eine Festanstellung,Information,InformationenDadurch konnten Sie den Anforderungen an einen Zeitarbeiter/Leiharbeiter gerecht werden. Von den Zeitarbeitern wird ein extrem hohes Niveau an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit verlangt, ständig ein neues Einsatzunternehmen, neue Projekte, neue Vorgesetzte, neue Strukturen und neue Kollegen. Diese Anforderungen kosten sehr viel Kraft und waren von vielen Zeitarbeitern/Leiharbeitern nur in Kauf genommen worden, um sich die Chance auf eine Übernahme zu erarbeiten.

Jetzt in der Krise wird vielen Zeitarbeitern/Leiharbeitern deutlich von den Einsatzunternehmen signalisiert, dass eine Übernahme nicht möglich ist.

Das nagt an der Motivation den Job durchzuziehen. Die meisten Zeitarbeiter/Leiharbeiter müssen leider trotzdem durchhalten, alleine schon um ihre eigene Existenz zu sichern, trotz der Frustration und Demotivation. Nun macht sich auch die mangelnde Planungssicherheit für Menschen in der Zeitarbeitsbranche äußerst negativ bemerkbar, als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor.

Besteht in der aktuellen Wirtschaftskrise überhaupt noch die Chance auf eine Übernahme?

Die Zeitarbeitsfirmen sehen immer noch gute Chancen auf eine Übernahme in eine Festanstellung, hier sollte man allerdings vorsichtig sein, da es einfach ein zu gutes Verkaufsargument ist. Aus Branchenkreisen hört man, dass vereinzelt Übernahmen noch vorkommen, allerdings vor allem bei höher qualifizierten Arbeitnehmern-innen.

Grundsätzlich kann man wohl feststellen, dass es durch die Krise nicht einfacher geworden ist von seiner Zeitarbeitsfirma in ein gutes Einsatzunternehmen vermittelt zu werden und dort auch übernommen zu werden.

Zu den Chancen und Risiken einer Übernahme in der Zeitarbeitsbranche lesen Sie bitte auch den Blogartikel unter Zeitarbeittransparent.de.

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