Tarifvertrag – Was ist das eigentlich?

March 10, 2010 by admin · 1 Comment
Filed under: Zeitarbeit 

In der Arbeitnehmerüberlassung überschlagen sich momentan die Ereignisse in Bezug auf Tarifverträge, Grund genug sich einmal damit zu beschäftigen, was eigentlich ein Tarifvertrag ist.

Tarifvertrag

In Deutschland ist der Tarifvertrag ein schriftlicher Vertrag zwischen den Tarifvertragsparteien. In Österreich wird er Kollektivvertrag und in der Schweiz Gesamtarbeitsvertrag genannt. In der sogenannten D-A-CH-Region gibt es überall Tarifverträge. Tarfivertragsparteien sind tariffähige Arbeitnehmer und tariffähige Arbeitgeber. Tariffähige Arbeitnehmer sind Gewerkschaften, z.B. DGB oder CGB. Tariffähige Arbeitgeber sind Arbeitgeberverbände, in der Zeitarbeit sind das beispielsweise der BZA und der iGZ e.V.. In Deutschland sind ca. 80% der Arbeitnehmer direkt oder indirekt durch einen Tarifvertrag geschützt.

Die Funktionen eines Tarifvertrages

Schutzfunktion

Die Funktion des Tarifvertrages ergibt sich aus den gesetzlichen Grundlagen, dem Tarifvertragsgesetz (TVG) und dem Grundgesetz (Art.9 GG). Der Gesetzgeber ist davon ausgegangen, dass der Arbeitnehmer grundsätzlich der Schwächer ist in der Verhandlung seines Arbeitsvertrages mit dem Arbeitgeber. Um diese Schwäche auszugleichen, kommt dem Tarifvertrag eine Schutzfunktion gegenüber dem einzelnen Arbeitnehmer zu. Mit Hilfe der Gewerkschaft als Arbeitnehmervertreter soll ein Gleichgewicht der Kräfte hergestellt werden. Innerhalb der Tarifverhandlung besteht dieser Schutzanspruch nicht mehr, beide Tarifparteien werden gleich behandelt.

Verteilungsfunktion

Über einen Tarifvertrag wird der gesamtwirtschaftliche Überschuß an den Arbeitnehmer verteilt, durch Lohnerhöhungen oder andere Vergünstigungen wie z.B. Erhöhung des Urlaubsgeldes, Weihnachtsgeldes, 13.Monatsgehalt oder andere Leistungen.

Gestaltungsfunktion

Der Tarifvertrag ermöglicht auch eine Gestaltung des Arbeitsverhältnisse bzw. der Arbeitsbedingungen, da Arbeitszeit, Kündigungsfristen und ähnliches geregelt werden können.

Orientierungsfunktion

Einzelne Tarifabschlüsse haben Orientierungswirkung für die Arbeitnehmer, da sie erkennen können, wieviel ihre Arbeit Wert ist. Für andere Branchen ist ebenfalls eine Orientierungsfunktion gegeben, da sich deren Arbeitnehmer an den Abschlüssen orientieren können.

Vorteile für Arbeitgeber

Für Arbeitgeber ergeben sich ebenfalls Vorteile aus einem Tarifvertrag, da sie nicht mehr jeden Arbeitsvertrag individuell aushandeln müssen und so entsteht Planbarkeit und Sicherheit.

Es gibt verschiedene Tarifverträge, wie Mantel-, Rahmentarifvertrag, Flächen-, Verbandstarifvertrag und Firmen-, bzw. Haustarifverträge. Weiter gibt es auch Lohn-, Entgelt-, oder Gehaltstarifverträge. Deutschlandweit üblich sind Verbands-, bzw. Flächentarifverträge. Betriebsvereinbarungen gehören nicht zur Gruppe der Tarifverträge. In der Zeitarbeitsbranche handelt es sich um einen Branchentarifvertrag, der zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden abgeschlossen wird. Ein Tarifvertrag regelt auch die Mittel eines Arbeitskampfes. Die Gültigkeitsdauer eines Tarifvertrages wird jedes Mal neu festgelegt. Ein Tarifvertrag gibt den Vertragsparteien einen Anspruch auf Durchsetzung der Vereinbarungen, d.h. dem einzelnen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Abweichungen von einem gültigen Tarifvertrag sind lediglich möglich, wenn eine sogenannte Öffnungsklausel vorliegt.

 


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Image Zeitarbeit, Leiharbeit, AüG

March 10, 2010 by admin · 4 Comments
Filed under: Zeitarbeit 

ZEITARBEITtransparent.de beschäftigt sich mit Zeitarbeit, Leiharbeit und Arbeitnehmerüberlassung, kurz AüG. Diese Branche hat schon von Beginn an mit einem schlechtem Ruf zu kämpfen, sie steht für Sozialabbau, berufliche Unsicherheit, Ausbeutung, Abzocke. In letzter Zeit wurde sogar über die Daseinsberechtigung der Arbeitnehmerüberlassung diskutiert.

Warum hat sich der schlechte Ruf der Zeitarbeitsbranche derart manifestiert?

Zunächst regelte das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz 1972 die gewerbsmäßige Überlassung von Arbeitnehmern durch Verleihunternehmen, hauptsächlich mit dem Ziel soziale Sicherheit für den Zeitarbeitnehmer zu gewährleisten und einen angemessenen Schutz vor Ausbeutung in der Zeitarbeit zu bieten. Demnach sollte es eigentlich unmöglich sein sich einen derart schlechten Ruf zu erarbeiten. Doch schon diese Zielsetzung spricht eine deutliche Sprache.
Mit den Hartz I Regelungen und dem Gesetz für moderne Dienstleitungen am Arbeitsmarkt wurde das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AüG) nachhaltig geändert. Es wurden wesentliche Schutzbestimmungen für den Zeitarbeitnehmer gestrichen. Gestrichen wurde unter anderem das besondere Befristungsverbot, das Synchronisationsverbot, das Wiedereinstellungsverbot und die Beschränkung der Überlassungsdauer auf höchstens zwei Jahre. Nach diesen Streichungen entwickelte sich die Zeitarbeitsbranche zu einem sogenannten Jobmotor und erlebte einen ungeahnten Boom. Arbeitsmarktpolitisch war diese Entwicklung gewollt und der schlechte Ruf der Branche damit zementiert.

Die Streichungen von Schutzbestimmungen wurden durch das sogenannte Equal-Pay und Equal-Treatment ersetzt.

Aufbruch zu besserer Zeitarbeit?

Durch Tarfiverträge versucht die Zeitarbeitbranche nun ihren Ruf zu verbessern. Gewerkschaften und Verbände der Zeitarbeitsfirmen (BZA und iGz) arbeiten an einem neuen Image für die Leiharbeit. Das Instrument des Tarifvertrages wird nun eventuell zu Gunsten der Arbeitnehmer eingesetzt. Zu Beginn wurden Tarifverträge in der Arbeitnehmerüberlassung dazu eingesetzt, die geltenden Regelungen wie Equal-Pay und Equal-Treatment zu unterlaufen. Aktuell gibt es neue Tarifverträge der CGB (Christlicher Gewerkschaftsbund Deutschland) und des DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund). Beide enthalten Regelungen die sich konkret auf die in letzter Zeit angeprangerten Mißstände in der Arbeitnehmerüberlassung beziehen, ein Verbot der konzerninternen Arbeitsnehmerüberlassung (u.a. Schlecker-Meniar-Fall) und eine Mindestlohnvereinbarungen (Anti-Dumping-Lohn-Klausel; Mindestlohndiskussion), sowie ein Lohnerhöhung (schlechte Bezahlung) für Zeitarbeitnehmer in den nächsten Jahren.

Die Wirkung der neuen Tarifverträge muss sich erst noch zeigen. Mit den neuen Regelungen könnte eine Verbesserung des Images der Zeitarbeit möglich sein.

 

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Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen, iGZ, Ausblick auf 2010

January 11, 2010 by admin · Comment
Filed under: Zeitarbeit 

6a0105358bcd13970c0120a7a79f94970b-800wi ZEITARBEITtransparent.de präsentiert den Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen, iGZ e.V., und seinen Hauptgeschäftsführer RA Werner Stolz mit seiner Stellungnahme zur Branchenentwicklung in 2010:

 

Nichts ist beständiger als der Wandel

 

 

 RA Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen iGZ

„Zeitarbeit vor einem Comeback“ – titelte unlängst das Handelsblatt und verwies auf erste optimistische Branchensignale, dass es nach einem starken Einbruch zu Beginn des Jahres langsam wieder aufwärts geht. Und nach den ersten Wochen der neuen Bundesregierung zeichnet sich ab, dass es auch kein politisches „Roll back“ bei den Zeitarbeitsreformen geben wird. Zeit also zum Durchatmen, aber kein Grund, dass sich die Branchenakteure zurücklehnen und nach der Devise verfahren: alles ist in Ordnung. Denn große Herausforderungen stehen vor uns, die wir gemeinsam auf den unterschiedlichen Ebenen bewältigen müssen.

Etwa:

1. Auf der Verbandsebene

Aktuell werden wir in den anstehenden Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft Zeitarbeit der DGB-Einzelgewerkschaften den Nachwirkungsstatus des iGZ-Entgelttarifvertrages beenden und einen vernünftigen Abschluss anstreben, der Planungssicherheit für die Anwender schafft. Im Hinblick auf die unwiderruflich eintretende volle EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit ab Mai 2011 steht unser Angebot an alle Beteiligten im Arbeitnehmer- und Arbeitgeberlager, gemeinsam einen akzeptablen tariflichen Mindestlohn-Kompromiss als „Schutzschirm“ für drohende Wettbewerbsverzerrungen zu schaffen.

 

2. Auf der Angebotsebene

Wir müssen uns als attraktive Arbeitgeber immer weiterentwickeln, die von uns angebotene Erwerbsform als Chancenmanagement ausbauen, auch Weiterbildungsperspektiven entwickeln und den zu uns kommenden Menschen das Gefühl vermitteln: hier werden sie fair und anständig behandelt.

 

3. Auf der Kundenebene

Die Anforderungen an unsere Personaldienstleistungspalette werden anspruchsvoller und ausdifferenzierter. Aufträge müssen passgenau, sorgfältig und kompetent besetzt werden. Nicht dem „Zeitarbeitsbauchladen“ gehört die Zukunft, sondern fachkundige Sparten-Spezialisierungen, regionale Vor-Ort-Präsenz und professionelle Beratung. Ein erfolgreicher Personalservice steigert die Akzeptanz und Qualität der Zeitarbeit.

 

Bei alledem gilt: wer sich marktnah und gut positioniert, setzt sich auch durch. Wer als Verband die Zeichen der Zeit erkannt hat, gewinnt Zuspruch. Wer in der Politik entschlossen handelt, ist der Wirtschaftskrise nicht hilflos ausgeliefert.

 

„Nichts ist beständiger als der Wandel“, sagte schon Heinrich Heine. So bleibt es auch unsere Aufgabe, uns den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen ständig zu stellen. Eine Verweigerungshaltung führt nur ins Abseits.

 


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Zeitarbeit – gibt es auch in der Krise noch die Übernahme?

April 6, 2009 by admin · Comment
Filed under: Zeitarbeit 

Zeitarbeit – Übernahme in Festanstellung trotz Krise?

Die Zeitarbeitsbranche ist ein Frühindikator für die aktuelle Wirtschaftskrise gewesen, tausende Zeitarbeiter/Leiharbeiter haben bereits ihren Job verloren. Man spricht von ca. 200.000 Beschäftigten weniger bei den Zeitarbeitsfirmen und weiteren Tausenden, die bereits in Kurzarbeit sind. Die Zeitarbeitsfirmen wissen, dass sich hier ein Branchenrisiko verwirklicht und haben sich mehr oder weniger darauf eingestellt.

Doch wie ist es für die Zeitarbeiter und Leiharbeiter, die noch für ihre Zeitarbeitsfirma arbeiten und denen der Job im Einsatzunternehmen schmackhaft gemacht wurde mit einer möglichen Übernahme in eine Festanstellung bei eben diesem Einsatzunternehmen?

Wie kommen die Zeitarbeiter damit zurecht?

Die Situation ist nicht leicht, denn viele Zeitarbeiter/Leiharbeiter haben sich gerade mit einer möglichen Übernahme in eine Festanstellung bei ihrem Einsatzunternehmen motiviert. Für alle Arbeitnehmer-innen ist die Wirtschaftskrise nicht leicht, doch für viele Zeitarbeiter/Leiharbeiter fällt ein wesentliches Element der Motivation weg.

Zeitarbeit,Kurzarbeit2009,Übernahme in eine Festanstellung,Information,InformationenDadurch konnten Sie den Anforderungen an einen Zeitarbeiter/Leiharbeiter gerecht werden. Von den Zeitarbeitern wird ein extrem hohes Niveau an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit verlangt, ständig ein neues Einsatzunternehmen, neue Projekte, neue Vorgesetzte, neue Strukturen und neue Kollegen. Diese Anforderungen kosten sehr viel Kraft und waren von vielen Zeitarbeitern/Leiharbeitern nur in Kauf genommen worden, um sich die Chance auf eine Übernahme zu erarbeiten.

Jetzt in der Krise wird vielen Zeitarbeitern/Leiharbeitern deutlich von den Einsatzunternehmen signalisiert, dass eine Übernahme nicht möglich ist.

Das nagt an der Motivation den Job durchzuziehen. Die meisten Zeitarbeiter/Leiharbeiter müssen leider trotzdem durchhalten, alleine schon um ihre eigene Existenz zu sichern, trotz der Frustration und Demotivation. Nun macht sich auch die mangelnde Planungssicherheit für Menschen in der Zeitarbeitsbranche äußerst negativ bemerkbar, als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor.

Besteht in der aktuellen Wirtschaftskrise überhaupt noch die Chance auf eine Übernahme?

Die Zeitarbeitsfirmen sehen immer noch gute Chancen auf eine Übernahme in eine Festanstellung, hier sollte man allerdings vorsichtig sein, da es einfach ein zu gutes Verkaufsargument ist. Aus Branchenkreisen hört man, dass vereinzelt Übernahmen noch vorkommen, allerdings vor allem bei höher qualifizierten Arbeitnehmern-innen.

Grundsätzlich kann man wohl feststellen, dass es durch die Krise nicht einfacher geworden ist von seiner Zeitarbeitsfirma in ein gutes Einsatzunternehmen vermittelt zu werden und dort auch übernommen zu werden.

Zu den Chancen und Risiken einer Übernahme in der Zeitarbeitsbranche lesen Sie bitte auch den Blogartikel unter Zeitarbeittransparent.de.

Zeitarbeit und Abfindung

March 4, 2009 by admin · Comment
Filed under: Zeitarbeit 

ZEITARBEITtransparent möchte die bereits gekündigten Zeitarbeiter und Leiharbeiter nochmals daran erinnern, dass ihnen möglicherweise eine Abfindung zusteht.

Woran kann man den Abfindungsanspruch festmachen?

Der Zeitarbeiter müsste einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben oder der Arbeitgeber hat “freiwillig” eine Abfindung angeboten bzw. hat er bis jetzt diese Praxis geübt, dann wäre es eine Art Gewohnheitsrecht.

ZeitarbeitWie kann man den Abfindungsanspruch durchsetzen?

Mit Hilfe eines Anwalts oder der Gewerkschaft kann man prüfen lassen, ob ein Abfindungsanspruch gegeben ist und ihn dann durchsetzen. Die “Freiwilligkeit” ist möglicherweise durch eine Kündigungsschutzklage zu erzwingen. Dazu ist allerdings ebenfalls ein Anwalt zu konsultieren oder die Gewerkschaft zu befragen.

Was ist weiter zu beachten?

Es sind noch einige Formalien einzuhalten, beispielsweise eine Klagefrist von drei Wochen für die Kündigungsschutzklage, dazu wird Ihnen aber Ihr Anwalt oder die Gewerkschaft genaue Auskunft geben. Auch der Kündigungsgrund spielt eine Rolle.

Welche Höhe erreicht die Abfindung?

Regelmäßig liegt die Abfindung bei einem halben Bruttogehalt pro Arbeitsjahr. Die Abfindung ist möglicherweise auch steuerbegünstigt, fragen Sie ihren Steuerberater.

Mit ein wenig Aufwand kann man sich Geld holen, dass einem zusteht. Leider wird wohl oft versucht gerade Zeitarbeiter/Leiharbeiter ohne Abfindung abzuspeisen.

Beachten Sie auch den PDF Download von ZEITARBEITtransparent, http://www.zeitarbeittransparent.de/products-page/.

Aktuelle Zahlen aus der Zeitarbeitsbranche

February 10, 2009 by admin · Comment
Filed under: Zeitarbeit 

Aktuelle Zahlen aus der Zeitarbeitsbranche

Die Wirtschaftskrise ist in der Zeitarbeitsbranche leider angekommen und hat bereits 150.000 Zeitarbeitern den Job gekostet. Im Juli letzten Jahres hatte sich der Beschäftigungsstand in der Zeitarbeitsbranche auf dem bisherigen Höchststand von 800.000 befunden, aktuell werden Zahlen lediglich 650.000 Zeitarbeitern genannt (Quelle: www.faz.net ).

Welche Berufsgruppen sind davon betroffen?

Betroffen von der Wirtschaftkrise und den Entlassungen sind Helfer ohne Abschluss oder Ausbildung bis hin zum Ingenieur alle Zeitarbeiter. Es gibt leider keine Ausnahme. Fachkräfte, Hilfsarbeiter oder Hochschulabsolventen verlieren ihre Anstellungen durch die Wirtschaftskrise gleichermaßen.

Ausblick:

Die Zeiten, in denen die Zeitarbeitsbranche den Ruf eines Jobmotors hatte, sind momentan vorbei. Jedoch lässt sich schon jetzt sagen, dass gerade die Zeitarbeitsbranche besonders stark von der Krise und von dem darauf folgenden Aufschwung profitieren wird. Die Unternehmen werden einen enormen Bedarf an Angestellten haben und müssen ihren Flexibilisierungsgrad aufrechterhalten. Informieren Sie sich zu den Basics der Zeitarbeit mit Hilfe des PDF-Downloads für 9.95,-€, http://www.zeitarbeittransparent.de/products-page/.

Mindestlohn für die Zeitarbeitsbranche

January 15, 2009 by admin · Comment
Filed under: Zeitarbeit 

Was wird zukünftig gelten?

Man hat sich auf die Formel geeinigt, dass Löhne, die mehr als 30% unter den branchenüblichen Entgelten liegen, sittenwidrig sind. Allerdings wird die genaue Höhe noch diskutiert. Genaue Zahlen sind noch nicht festgelegt worden. Man geht für Ostdeutschland von einer Höhe ca. 6€ Stundenlohn aus und für Westdeutschland von ca. 7,21€ Stundenlohn.

Woher kommen diese Zahlen?

Die Koalition hat eine Kompromisslösung gefunden, man will keine Vereinheitlichung von Tarifverträgen. So hat man die drei Arbeitgeberverbände der Zeitarbeitsbranche und ihre zwei Tarifverträge nicht in Frage gestellt ( www.bza.de, www.amp-info.de, www.ig-zeitarbeit.de ). Man hat den Tarifvertrag mit den niedrigeren Löhnen als Basis genommen und wird sich mit der Höhe des Mindestlohns an dessen Höhe orientieren. Dieses Vorgehen ist auf massive Kritik gestoßen, da es die Situation in der Zeitarbeitsbranche nicht nachhaltig verbessern wird. Die Gewerkschaft Verdi ( www.verdi.de ) sprach gar von einer Mogelpackung. Man nimmt ja bereits bestehende Verhältnisse als Grundlage und diese Verhältnisse haben leider den Grund für die Mindestlohndebatte geliefert. Zudem wird die Formel, dass die Sittenwidrigkeit erst ab einer bestimmten Unterschreitung der branchenüblichen Entgelte eintritt, kein Garant für die Einhaltung der Mindestlöhne sein.

Zu den Gründen für das Vorgehen der Regierungskoalition lesen Sie bitte auch http://www.zeitarbeittransparent.de/2008/11/19/zeitarbeit-was-nun/.

Wo wird der Mindestlohn gesetzlich geregelt?

Der Mindestlohn für die Zeitarbeitsbranche soll im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz geregelt werden.

Was ist das Ziel des Mindestlohns?

Mit dem Mindestlohn soll der Arbeitnehmer vor Ausbeutung geschützt werden. Aber auch Arbeitgeber werden vor einem ruinösen Verdrängungskampf mit Mitbewerbern durch Dumpinglöhne geschützt. Man hofft auf eine Stabilisierung der Zeitarbeitsbranche durch den Mindestlohn.

Stand der Entwicklung am 15.1.2009

Stellenabbau und Betriebsklima – Zeitarbeiter doppelt belastet!

January 7, 2009 by admin · Comment
Filed under: Zeitarbeit 

Was steht den Zeitarbeitern und Leiharbeitern in 2009 bevor?

Die Zeitarbeitsunternehmen haben bereits 2008 sehr viele Kündigungen verschickt, 2009 wird es zunächst so weitergehen. Die Zeitarbeiter/Leiharbeiter werden sehr oft den Satz hören, „Wir werden uns von Ihnen trennen müssen!” Zeitarbeitsfirmen sind aufgrund der Marktlage dazu gezwungen ihre Mitarbeiter zu entlassen.

Ein schwerer Einschnitt in das Leben ist der Verlust des Arbeitsplatzes, vergleichbar mit einer schweren Krankheit, Tod in der Familie oder unter Freunden auch eine Scheidung zählt dazu. Darauf muss man sich vorbereiten und nicht alles verdrängen, bis man dann alleine zuhause sitzt. Es gibt zahllose Hilfsangebote, z.B. von der Bundesagentur für Arbeit unter http://www.arbeitsagentur.de.

Dieser Einschnitt ist sehr schwer zu verkraften und man braucht all seine Kraft dafür. In der Zeit vor einer Kündigung ist das Betriebsklima jedoch oft auch nicht mehr das Beste und kostet schon viel Kraft.

Womit müssen Sie jetzt rechnen, wenn Sie in einem Unternehmen beschäftigt sind, dass von der Wirtschaftskrise betroffen ist?

Problematisch ist der bereits „in der Luft liegende” Stellenabbau, der den jeden Angestellten im Unternehmen treffen kann, unabhängig davon ob Festangestellter oder Zeitarbeiter/Leiharbeiter. Keiner hat genaue Informationen und jeder hat Angst. Er erzeugt ein Klima der Angst unter den Angestellten, Misstrauen gegenüber den Kollegen. In diesem Klima sind leider die Zeitarbeiter/Leiharbeiter am Ende der Kette und somit meistens am schlechtesten gestellt. Diese Situation wirkt selbstverständlich auf die Leistungsfähigkeit des Einzelnen aus.

Zeitarbeit,Kurzarbeit,Informationen,Kurzarbeitergeld,Vorteile,NachteileIn diesem negativen Umfeld tritt verstärkt Mobbing auf unter der Belegschaft und es wird versucht die Schwachen raus zu  drängen. Die Schwächsten in einem Unternehmen sind meistens die Zeitarbeiter/Leiharbeiter. Der Umgangston wird sich stark zum negativen verändern. Allerdings kann der Vorgesetzte oder die Geschäftsleitung hier entgegenwirken, wenn er den angekündigten Stellenabbau als Bedrohung von außen glaubhaft darstellt. Die Belegschaft wird zusammenhalten und sich gegen das Schicksal versuchen zu erheben. Doch leider sind die Vorgesetzten oder die Geschäftsleitung in dieser Situation oft selbst nicht mehr Herr der Lage und sind nur noch getrieben sich selbst zu retten. Das ist der denkbar ungünstigste Fall.

Das Vertrauen in die Führung durch den Vorgesetzten oder die Geschäftsleitung leidet erheblich und verursacht bleibende Schäden. Die Belegschaft gewinnt in einer solchen Situation sehr schnell den Eindruck unfair behandelt zu werden.

Das kann man nur vermeiden indem man kommuniziert mit der Belegschaft und faire Lösungen anbietet, dazu zählen Qualifikationsangebote, Abfindungen, Sozialplan und möglicherweise Weitervermittlungsangebote.

Jedoch fehlt es gerade an den einfachsten und eigentlich selbstverständlichen Dingen, die Belegschaft erhält die Nachricht der Kündigung als SMS oder erfährt sie aus der Zeitung. Das ist natürlich sehr schwer zu verkraften und ein nachhaltiger Vertrauensbruch.

In einer solchen Situation ist eine offene und ehrliche Kommunikation entscheidend und kommt sehr viel besser an, auch wenn es sehr hart ist.

Für die Zeitarbeiter/Leiharbeiter ist eine solche Situation oft doppelt schwierig, wenn die Vorgesetzten im Ausleihbetrieb auf Tauchstation gehen und auch das Zeitarbeitsunternehmen selbst. Der Zeitarbeiter/Leiharbeiter fühlt sich doppelt verlassen.

Zusammenfassend lässt sich nur sagen, Kommunikation, das miteinander Sprechen in einer solch bedrohlichen Situation am wichtigsten ist. Damit lässt sich die Situation am ehesten erträglich für die Beteiligten gestalten. Philosophisch betrachtet liegt in jedem Ende auch die Chance auf einen Neuanfang, was die Betroffenen wohl leider nicht besonders trösten wird.

Der sogenannte Klebeeffekt in der Zeitarbeit

December 4, 2008 by admin · 1 Comment
Filed under: Zeitarbeit 

Was versteht man unter Klebeeffekt? Und gibt es ihn wirklich?

Der sogenannte Klebeeffekt ist die Übernahme eines Zeitarbeiters in eine Festanstellung bei dem Unternehmen, welches ihn entliehen hat. Man hört oft von einer Übernahmequote in Höhe von 25%.

Wie hoch die tatsächliche Übernahmequote ist lässt sich nicht sagen. Eine Übernahme ist für einen Zeitarbeiter wünschenswert. Der Zeitarbeiter wird ein Festangestellter und somit ein vollwertiges Mitglied des ihn übernehmenden Unternehmens.

Es spricht jedoch einiges gegen eine Übernahme. Welche Gründe sprechen dagegen?

Zunächst einmal ist die Seite der Zeitarbeitsbetriebe zu betrachten. Für sie ist es nicht wünschenswert einen Angestellten zu verlieren, da sie in die Personalsuche und in die Vermittlung investiert haben, sowie möglicherweise in eine Aus – oder Fortbildung des Zeitarbeiters. Zudem verdient ein vermittelter Zeitarbeiter für die Zeitarbeitsfirma gutes Geld. Um sich diese Einnahmen zu sichern, verlangen viele Zeitarbeitsfirmen Provisionen für die Übernahme vom übernehmenden Unternehmen. Diese Provisionen können bis zu drei Monatsgehälter ausmachen.

Was spricht auf der Seite der Unternehmen gegen eine Übernahme?

Ganz klar ist der Hauptzweck der Zeitarbeit eine Flexibilisierung der Arbeitnehmerschaft. Warum sollte ein Unternehmen sich diese Flexibilisierung wieder zu Nichte machen durch eine Übernahme? Ein gewisser Flexibilisierungsgrad im Unternehmen ist bereits bei den meisten Unternehmen eingeplant und wird gehalten. Weiter besteht natürlich trotzdem die Möglichkeit, wenn das Unternehmen nachhaltig gewachsen ist und neue Planstellen schafft. Dann werden wohl auch die fälligen Provisionen an die Zeitarbeitsunternehmen gezahlt. Auch die Lohnstruktur eines Unternehmens wird durch Zeitarbeit nachhaltig gedrückt. Obwohl es die gesetzliche Verpflichtung zum EQUAL PAY (gleiche Arbeit, gleiche Bezahlung) gibt, lässt sich durch Zeitarbeit und mit Hilfe von Ausnahmeregelungen im Gesetz der Lohn drücken.

Überraschender Weise kann man von Zeitarbeitsunternehmen, welche keine Provisionen verlangen, vereinzelt hören, dass es Übernahmequoten bis zu 60% gibt.

Lesen Sie den Download zu den Grundlagen zur Zeitarbeit und den wichtigsten Tipps und Tricks von www.ZEITARBEITtransparent.de !

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