Transferkurzarbeit 2009 – die Transfergesellschaft
Transfergesellschaft
Eine Transfergesellschaft ist eine eigene Firma, die gegründet wird, damit Angestellte eines Unternehmens sozialverträglich in neue Beschäftigungsverhältnisse vermittelt werden können. Durch die Transfergesellschaft können Kündigungen vermieden werden und der Arbeitnehmer kann ein Jahr „weiter arbeiten” bzw. sich gezielt für eine Vermittlung an einen neuen Arbeitgeber weiterbilden. Auf jeden Fall wird der Beginn der Arbeitslosigkeit um ein Jahr nach hinten verschoben, ohne die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes zu beeinflussen.
Was passiert genau in einer Transfergesellschaft?
Zunächst einmal ist der Wechsel in eine Transfergesellschaft freiwillig für den Arbeitnehmer, er unterzeichnet einen sogenannten Aufhebungsvertrag mit seinem bisherigen Arbeitgeber und einen befristeten Arbeitsvertrag (12Monate) mit der Transfergesellschaft. Die Transfergesellschaft ist meist auf ein Jahr beschränkt, in diesem Zeitraum versucht die Transfergesellschaft folgendes zu erreichen:
- Profiling der Transferkurzarbeiter (üblicherweise schon vor Eintritt in Transfergesellschaft),
- Qualifizierung der Transferkurzarbeiter mit dem Ziel die Vermittlungschancen zu erhöhen,
- Vermittlung der Transferkurzarbeiter in neue Beschäftigungsverhältnisse.
Die Transfergesellschaft wird in enger Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit errichtet und zudem werden oft professionelle Betreiber von Transfergesellschaften hinzugezogen.
Wie ist die Bezahlung?
Sie erfolgt über das sogenannte Transferkurzarbeitergeld. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt das Transferkurzarbeitergeld auf Antrag der Transfergesellschaft aus. Sozialversicherungsrechtlich besteht weiterhin ein Beschäftigungsverhältnis und die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes wird nicht gekürzt durch den Bezug von Transferkurzarbeitergeld. Die Höhe des Transferkurzarbeitergeldes orientiert sich an der Höhe des Kurzarbeitergeldes und beträgt ca. 60% bei Kinderlosen und ca.67% bei Eltern vom Bruttolohn. Sehr oft wird jedoch dieser Betrag auf 80 -100% vom entlassenden Unternehmen aufgestockt, um den Angestellten einen Anreiz für einen Wechsel zu geben.
Welche Vorteile hat das Unternehmen?
Ein Unternehmen muss Mitarbeiter entlassen und entscheidet sich eine Transfergesellschaft zu gründen, warum:
- durch den freiwilligen Wechsel der Arbeitnehmer in die Transfergesellschaft, sind keine Kündigungsfristen zu beachten,
- es drohen keine Kündigungsschutzklagen, sowie keine bilanziellen Anpassungen aufgrund von Prozessrisiken,
- keine weitere Lohnzahlungen an die Arbeitnehmer, die wechseln,
- verbesserte Liquidität,
- bessere Kalkulierbarkeit der Kosten für die Entlassungen,
- der größte Vorteil ist jedoch, dass die Arbeitnehmer, die freiwillig übertreten in die Transfergesellschaft, nicht in der Statistik des Unternehmens über entlassene Mitarbeiter auftauchen, dadurch entsteht ein großer Imagegewinn.
Aus diesen Gründen sind Transfergesellschaften bei Unternehmen, die gezwungen sind Personal abzubauen sehr beliebt.
Welche Vorteile hat der Arbeitnehmer?
Warum lohnt es sich ein Transferkurzarbeiter im Jahr 2009 zu werden?
- die notwendige berufliche Neuorientierung wird von Profis begleitet,
- Weiterbildungsmaßnahmen werden von der Transfergesellschaft finanziert bzw. hilft diese dabei,
- weiterhin besteht die Möglichkeit der Teilnahme an betrieblichen Weiterqualifikationsmaßnahmen der ursprünglichen Betriebes,
- Probearbeit bei potentiellen neuen Arbeitgebern möglich,
- Bewerbung aus einer Festanstellung heraus,
- der Bezug von Transferkurzarbeitsgeld vermeidet tatsächliche Arbeitslosigkeit,
- der Bezug von Transferkurzarbeitsgeld ist auf 12 Monate beschränkt,
- keine Unterbrechung der Einzahlung in die Rentenversicherung.
Der Eintritt bzw. der Wechsel in eine Transfergesellschaft hat Vorteile, allerdings verliert man seinen Arbeitsplatz. Das ist nicht einfach, aber in einer Transfergesellschaft bieten sich die Möglichkeiten, aus dieser schwierigen Situation das Beste zu machen. Die strukturelle Kurzarbeit, wie die Transferkurzarbeit auch genannt wird hat ihre Berechtigung und ist der Schritt, der nach der Kurzarbeit kommen wird, wenn die Unternehmen weiterhin kein Ende der Wirtschaftskrise sehen. Auch wenn möglicherweise dieser Schritt erneut durch eine Verlängerung der Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes von 18 auf 24 Monate nach hinten verschoben wurde.
Alle wichtigen Informationen zu Transferkurzarbeit im PDF-Download zu Kurzarbeit enthalten!
