Die Nachhaltigkeit der Krise
ARBEITSLOSENZAHLEN und KURZARBEIT
Die Arbeitslosenzahl steigt weiter langsam an, das Instrument der Kurzarbeit hilft nicht unbegrenzt Menschen in Arbeit zu halten. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung äußert sich Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Raimund Becker zur Kurzarbeit und zur Stimmung in Deutschland. Er steht zu Kurzarbeit, obwohl diese die Kassen der Bundesagentur zügig leert und sieht den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von aktuell 2,8% als zu niedrig an.
Raimund Becker führt die bekannten Argumente für Kurzarbeit an, durch Kurzarbeit würden Arbeitnehmer in Festanstellung gehalten und so eine Massenarbeitslosigkeit verhindert. Durch diesen Effekt, dass die Menschen weiterhin ihre Festanstellung haben, sieht er die Konsumlaune und die Stimmung in Deutschland positiv. Die Regelungen der Bundesregierung, die die Kurzarbeit verlängern, vereinfachen und im Bereich Zeitarbeit eingeführt haben, leisteten dazu ihren Beitrag.
Auf die Frage, ob eine zeitliche Verlagerung der Arbeitslosigkeit nach hinten durch das Instrument der Kurzarbeit begünstigt wird und so kein nachhaltiger Effekt erzielt wird, führt Becker an, dass die Firmen durch Nutzung der Kurzarbeit für sich zeigten, ihre Angestellten und deren Know-How auch in der Krise halten zu wollen. Doch dieser Wille ist endlich und dann muss die Belegschaft der deutschen Unternehmen an die aktuelle wirtschaftliche Lage angepasst werden. Die Hilfe der Bundesregierung kann nicht die wirtschaftliche Lage komplett überbrücken (Quelle: in Auszügen Interview Süddeutsche Zeitung, Sibylle Haas).
AKTUELL
Der kritische Punkt für die deutschen Angestellten ist laut vieler Experten der Herbst. Es drohen einige Insolvenzen und Entlassungen, so wie aktuell bei Conti und Wadan. Wie lange Arcandor noch überlebt wird sich dieses Wochenende zeigen. VW und Porsche kämpfen weiter ihren bizarren Machtkampf. Die wirtschaftliche Krise kommt so langsam in der Bevölkerung an.
ARBEITSLOSENZAHLEN und ENTWICKLUNG der WIRTSCHAFT in DEUTSCHLAND
Die deutsche Bundesbank hat in ihrer neusten Prognose zur deutschen Wirtschaft ein Schrumpfen der deutschen Wirtschaft von 6,2% angenommen. Man sieht jedoch eine eventuelle Besserung erst für 2010. Für den Arbeitsmarkt sieht die deutsche Bundesbank eine Steigerung um bis zu 1Mio. auf 4,4Mio. Arbeitslose in den nächsten Monaten, dies entspräche einer Arbeitslosenquote von ca. 10,5%, das wäre eine dramatische Entwicklung.
ENTLASSUNG und KÜNDIGUNG
Diese dramatische Entwicklung ist für jeden Betroffenen ein Schicksalsschlag und kann sich massiv negativ auf den Betroffenen auswirken, Depressionen, finanzielle Schwierigkeiten, Selbstwertgefühl usw.. Zu den Auswirkungen von Kündigungen auf den Betroffenen aüßert sich ZEITARBEITtransparent.de ausführlich in dem Download “Zeitarbeit”, da in dieser Branche leider die Kündigung zur Tagesordnung gehört. Was Chefs/Vorgesetzte gerne bei Kündigungen falsch machen und warum eine gute Kommunikation in Krisensituationen notwendig ist. Doch diese Situation ist auch für die Personalverantwortlichen sehr schwierig, ZEITARBEITtransparent.de hat auch für sie die passenden Informationen.
TRANSFERKURZARBEIT
Die Transferkurzarbeit wird infolge dieser Entwicklung rasant zu nehmen, ZEITARBEITtransparent.de hält für Betroffene die passenden Informationen zu Transferkurzarbeit bereit. Im Herbst wird erwartet, dass die Kurzarbeit bei vielen Unternehmen endet, da viele Unternehmen nicht die vollen möglichen 24Monate beantragt haben. Dann wird sich zeigen, ob die wirtschaftliche Lage sich gebessert hat. Eine Verlängerung der Kurzarbeit ist trotzdem noch möglich. Im Herbst werden viele Transfergesellschaften entstehen und viele Arbeitnehmer werden in diese Gesellschaften wechseln, um dort Transferkurzarbeit zu leisten.
Kurzarbeit 2009 – höher, schneller, weiter?
Kurzarbeit 2009 in Zahlen!
Gestern am 6.April.2009 veröffentlichte die Bundesagentur für Arbeit die neuen Zahlen für die Kurzarbeit im März 2009, ca. 24.000 Unternehmen haben alleine im Monat März Kurzarbeit aus konjunkturellen Gründen angemeldet. Man geht davon aus, dass ca. 700.000 Arbeitnehmer alleine im März 2009 neu in Kurzarbeit gekommen sind, d.h. Kurzarbeitergeld beziehen. Seit Jahresanfang wird immer wieder die Zahl von insgesamt 1,7Mio Arbeitnehmer genannt, die bereits für Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit angemeldet sind.
Wie geht es weiter?
Es wird schon überlegt die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes von aktuell möglichen 18Monaten auf 24Monate zu verlängern, u.a. Bundesarbeitsminister Scholz hat dies vorgeschlagen. Die Bundesregierung hatte erst zu Jahresbeginn die Bezugsdauer für Kurzarbeitergeld auf 18Monate erhöht (vgl. hierzu http://www.zeitarbeittransparent.de/2008/12/04/hilft-die-bundesregierung-kurzarbeitergeld-verlangert-fur-2009/), aber aufgrund der schweren Krise und der stark angestiegenen Anmeldezahlen für Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit, scheinen vielen bereits jetzt die 18Monate nicht mehr ausreichend und man denkt über eine Verlängerung auf 24Monate nach. Das eigentliche Ziel, mit der Verlängerung der Bezugdauer für Kurzarbeitergeld, die betroffenen Arbeitnehmer in ihrem Job bzw. in ihrer Festanstellung zu halten, sehen viele als erreicht an und man will diesen Erfolg um weitere 6Monate verlängern. Das gilt nicht zuletzt für alle Branchen und auch für die Zeitarbeitsbranche, für die erst zu Jahresbeginn die Kurzarbeit eingeführt wurde.
Kurzarbeit nur eine punktuelle Maßnahme
Doch es mehren sich auch die Stimmen, die kritisch anmerken, nur mit Kurzarbeit alleine ließe sich die Krise nicht bewältigen. Man hat grosse Sorgen, dass bald aus den vielen Kurzarbeitern, Transferkurzarbeiter werden, deren Festanstellungen über sogenannte Transfergesellschaften abgewickelt werden und die schließlich doch in der Arbeitslosigkeit landen. Weiter spielen viele auf den oft erwähnten Fachkräftemangel an und auf eine Weiterbildungsmisere in der deutschen Wirtschaft. Man versucht jetzt die Kurzarbeiter während der Phase der Kurzarbeit weiter zu qualifizieren, so soll der Fachkräftemangel beseitigt werden.
Die Bundesregierung hat besondere Anreize in Bezug auf das Thema Weiterbildung gesetzt, u.a.
- für Arbeitnehmer, die in Kurzarbeit sind und an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen, übernimmt die Bundesagentur für Arbeit die kompletten Sozialversicherungsbeiträge und entlastet so die Unternehmen zusätzlich;
- zudem wurde das sogenannte Meister-Bafög verbessert, nicht nur die Erstqualifikation wird nun gefördert, sondern auch die Aufstiegsqualifikation, die gerade für Kurzarbeiter interessant ist, auch ein Teilerlass auf das Restdarlehen ist möglich und Geldleistungen wie z.B. die Meister-Bafög-Sätze für Kinder wurden erhöht;
- weiter hat die Bundesregierung im Dezember 2008 die Bildungsprämie eingeführt, sie beträgt 154€, weitere 154€ hat der Arbeitnehmer selbst zu leisten für einen Weiterbildungskurs seiner Wahl, das Grenzeinkommen für die Bildungprämie liegt bei ca. 36.000€ bei Familien und bei ca. 18.000€ Singles;
- ebenfalls eingeführt hat die Bundesregierung das Weiterbildungssparen, hier dürfen Sparer Geld aus ihrem Ansparguthaben nach dem Vermögensbildungsgesetz (VermBG) für Zwecke der Weiterbildung vor Ablauf der in der Regel 7jährigen Bindungsfrist entnehmen, ohne den Anspruch auf den Arbeitnehmerfreibetrag zu verlieren, dazu war eine Änderung des Vermögensbildungsgesetzes (VermBG) notwendig;
- zuletzt hat die Bundesregierung noch das Weiterbildungsdarlehen eingeführt, für kostenintensivere Bildungsmaßnahmen, es soll ohne individuelle Bonitätsprüfung und zu sehr günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt werden. Es rundet die Anreize zur Weiterbildung durch die Bundesregierung ab, der Prämiengutschein für geringe und mittlere Einkommen, das Weiterbildungssparen für diejenigen, die Sparen können in der heutigen Zeit und das Weiterbildungsdarlehen, unabhängig von der Einkommenssituation.
Probleme bei der Weiterbildung
Wie oben schon erwähnt hat sich die Zahl der Arbeitnehmer in Kurzarbeit vervielfacht seit Jahresbeginn (1,7Mio. Arbeitnehmer) was leider zu weiteren Problemen auf dem Gebiet der Weiterbildung geführt hat. Das Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen war und ist nicht auf einen solchen Ansturm vorbereitet gewesen. Nun muss man vernüftige Programme finden und finanzieren, es müssen überbetriebliche Maßnahmen entwickelt werden, damit vor allem kleine und mittlere Betriebe auch die Möglichkeit haben ihre Mitarbeiter während der Kurzarbeit sinnvoll weiterzuqualifizieren. Konzerne verfügen oft über eigene Weiterbildungsmaßnahmen, die jetzt von den zahlreichen Kurzarbeitern genutzt werden können. Die Weiterbildungsmaßnahmen können über ein grosses Spektrum von Angeboten gehen, beginnend bei dem Erwerben von zusätzlicher fachlicher Kompetenz in Bereichen wie Technik, Buchhaltung oder Projektmanagment bis hin zu sozialer Kompetenz, indem man die Persönlichkeit des Arbeitnehmers weiterentwickelt durch entsprechende Kurse. Diese Art der Weiterbildung kann zu einem Motivationsschub beim Arbeitnehmer führen und der Auslöser für eine nachhaltige positive Entwicklung beim Arbeitnehmer sein, dadurch kann das Unternehmen auf gutes Personal hoffen für den erwarteten Aufschwung nach der Krise.
Der Weg für den Arbeitgeber
Diesen Raum für eine Weiterbildung im fachlichen und eine Weiterentwicklung im persönlichen Bereich sollten Unternehmen auf jeden Fall dem Arbeitnehmer geben und ihn unterstützen. Die beschriebenen positiven Effekte muss sich ein Unternehmen vor Augen halten auf dem Weg aus der Wirtschaftskrise.
Kurzarbeit 2009
Kurzarbeit im Unternehmen, 2009
Kurzarbeit ist aktuell in vieler Munde und in manchen Betrieben bereits eingeführt beziehungsweise stehen viele Betriebe kurz davor. Den Informationsbedarf zum Thema Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld sowie Transferkurzarbeitergeld will ZEITARBEITtransparent.de mit dem neuen 16seitigen PDF-Download zum Thema Kurzarbeit decken. Der PDF-Download wendet sich an alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Lesen Sie auch den Blogartikel http://www.zeitarbeittransparent.de/2008/12/04/hilft-die-bundesregierung-kurzarbeitergeld-verlangert-fur-2009/.
Was ist Kurzarbeit?
Kurzarbeit ist ähnlich der Zeitarbeit/Leiharbeit ein Flexibilisierungsinstrument bezüglich der Belegschaft eines Unternehmens. Kurzarbeit ist auch möglich im Bereich der Zeitarbeit/Leiharbeit. Dieser Blogartikel wendet sich allerding an alle Angestellten, die Informationen zu Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld suchen.
Mit diesem Instrument lassen sich kurzfristige Auftragseinbrüche flexibel durchstehen und Kosten können entsprechend reduziert werden. In der aktuellen Wirtschaftskrise wird dieses Instrument auf breiter Front angewandt. Warum?
Welche Vorteile bietet Kurzarbeit dem Unternehmen?
Die Gründe warum viele Unternehmen in Deutschland momentan auf dieses Instrument der Personalpolitik zurückgreifen:
- Durch die Kurzarbeit können kurzfristig die Personalkosten gesenkt werden. Das Kurzarbeitergeld wird vom Staat, genauer gesagt von der Agentur für Arbeit bezahlt. So wird das Unternehmen entlastet.
- Zudem kann bei einer Verbesserung der Auftragslage der Arbeitgeber die Arbeitszeit schnell anpassen und schließlich wieder zur normalen Arbeitszeit zurückkehren. Der Arbeitgeber kann Ausfallzeiten durch fehlendes Personal wie bei Entlassungen üblich vermeiden. Die Belegschaft bleibt als Team zusammen, die Struktur der Belegschaft wird erhalten, da es nur zu einem Arbeitsausfall allerdings nicht zu Entlassungen kommt. Somit ist ein erneutes „Teambuilding” und der Neuaufbau einer Belegschaftsstruktur nicht notwendig.
- Der größte Vorteil von Kurzarbeit für ein Unternehmen ist jedoch, dass Know-How und wichtige Kompetenzen der Belegschaft nicht verlorengehen und noch besser sofort abrufbar bei einer positiven Veränderung der Auftragslage zur Verfügung stehen. Auch die hohen Kosten für neues Personal entfallen, da weder neues Personal gesucht noch eingearbeitet werden muss.
- Häufig wird als Vorteil der Kurzarbeit auch genannt, dass man die Zeit der Kurzarbeit zur Qualifizierung des Personals nutzen kann. Unter dem Gesichtspunkt des Fachkräftemangels in Deutschland ein gutes Argument, jedoch oft für Unternehmen nicht ausschlaggebend, da eine Weiterqualifizierung des Personals eher zu Unruhe in der Belegschaft führt, da nach einer Weiterqualifizierung auch eine Weiterentwicklung des Personals ansteht, was allerdings in vielen Unternehmen nicht möglich ist. Der Fachkräftemangel wirkt sich eher auf neugeschaffene Stellen aus, nicht auf bestehende.
- Die rasche Senkung der Personalkosten durch Kurzarbeit kommt wie folgt zustande, wird ein Arbeitnehmer gekündigt, hat er noch während der Kündigungsfrist Anspruch auf das volle Gehalt, unabhängig davon ob er noch tatsächlich beschäftigt ist oder nicht, d.h. es ist fraglich, ob der Arbeitnehmer noch Leistung für das Unternehmen bringt. Durch Kurzarbeit entfallen diese Kosten und der Arbeitnehmer arbeitet weiter für das Unternehmen.
- Arbeitsrechtliche Streitigkeiten im großen Stil lassen sich durch die Kurzarbeit ebenfalls vermeiden, da die Arbeitsverhältnisse bestehen bleiben.
- Ein weiterer Vorteil der Kurzarbeit ist, die Agentur für Arbeit übernimmt 50% der Sozialabgaben auf das Kurzarbeitergeld und 100% der Sozialversicherungsbeiträge während Qualifizierungsmaßnahmen.
- Möglicherweise kann ein Unternehmen tatsächlich die Zeit der Kurzarbeit durch gezielte Qualifizierungsmaßnahmen und Weiterbildung der Belegschaft nutzen um sich zu stärken und die Belegschaft erneut zu motivieren. Dies könnte zu neuer Innovationskraft im Unternehmen führen und zu Wettbewerbsvorteilen gegenüber Konkurrenten.
Zeitarbeit und Abfindung
ZEITARBEITtransparent möchte die bereits gekündigten Zeitarbeiter und Leiharbeiter nochmals daran erinnern, dass ihnen möglicherweise eine Abfindung zusteht.
Woran kann man den Abfindungsanspruch festmachen?
Der Zeitarbeiter müsste einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben oder der Arbeitgeber hat “freiwillig” eine Abfindung angeboten bzw. hat er bis jetzt diese Praxis geübt, dann wäre es eine Art Gewohnheitsrecht.
Wie kann man den Abfindungsanspruch durchsetzen?
Mit Hilfe eines Anwalts oder der Gewerkschaft kann man prüfen lassen, ob ein Abfindungsanspruch gegeben ist und ihn dann durchsetzen. Die “Freiwilligkeit” ist möglicherweise durch eine Kündigungsschutzklage zu erzwingen. Dazu ist allerdings ebenfalls ein Anwalt zu konsultieren oder die Gewerkschaft zu befragen.
Was ist weiter zu beachten?
Es sind noch einige Formalien einzuhalten, beispielsweise eine Klagefrist von drei Wochen für die Kündigungsschutzklage, dazu wird Ihnen aber Ihr Anwalt oder die Gewerkschaft genaue Auskunft geben. Auch der Kündigungsgrund spielt eine Rolle.
Welche Höhe erreicht die Abfindung?
Regelmäßig liegt die Abfindung bei einem halben Bruttogehalt pro Arbeitsjahr. Die Abfindung ist möglicherweise auch steuerbegünstigt, fragen Sie ihren Steuerberater.
Mit ein wenig Aufwand kann man sich Geld holen, dass einem zusteht. Leider wird wohl oft versucht gerade Zeitarbeiter/Leiharbeiter ohne Abfindung abzuspeisen.
Beachten Sie auch den PDF Download von ZEITARBEITtransparent, http://www.zeitarbeittransparent.de/products-page/.
Die Wirtschaftskrise und Ihr Arbeitsplatz
Die Krise und ihr Arbeitsplatz
Die Arbeitgeber müssen und wollen in der aktuellen Wirtschaftskrise vor allem Kosten senken, bedauerlicherweise sehen viele Arbeitgeber die größten Sparpotentiale in ihrer Belegschaft, den Arbeitnehmern. In der Zeitarbeitsbranche wird sofort betriebsbedingt gekündigt.
Welche Möglichkeiten bieten sich dem Arbeitgeber, dieses Sparpotential zu nutzen? Auf was muss sich der Arbeitnehmer einstellen?
Die harmloseren Möglichkeiten sind Abbau freiwilliger Leistungen, Sabbatical und Arbeitszeitkonten. Die weiteren Alternativen sind Kurzarbeit, Aufhebungsvertrag mit Abfindung, Altersteilzeit und betriebsbedingte Kündigung.
Abbau freiwilliger Leistungen:
Hierzu zählen alle freiwilligen Leistungen des Arbeitgebers, die nicht tarifvertraglich festgelegt sind. Der Betriebsrat hat bei Streichung von freiwilligen Leistungen ein Mitspracherecht. Ein Beispiel für eine freiwillige Leistung ist das Weihnachtsgeld, falls es nicht tariflich festgelegt ist.
Sabbatical:
Grundsätzlich ist ein Sabbatical freiwillig. Der Arbeitnehmer lässt sich für sechs Monate freistellen und arbeitet für sechs Monate. Dafür erhält der Arbeitnehmer auch nur die Hälfte seines Gehalts über das Jahr. Problematisch an dem Sabbatical ist für den Arbeitnehmer, dass sich der Arbeitgeber möglicherweise organisatorisch auf seine Abwesenheit einstellt und somit der Arbeitnehmer im Laufe des Sabbaticals überflüssig wird.
Arbeitszeitkonten:
Arbeitszeitkonten werden unter Mitbestimmung des Betriebsrates eingeführt. In guten Zeiten werden die Arbeitszeitkonten von den Arbeitnehmern mit Überstunden gefüllt und in schlechten werden diese dann abgefeiert, zumindest in der Theorie. Fraglich ist nur, wie viele Überstunden sich auf einem solchen Konto anhäufen und ob diese Anzahl an Arbeitsstunden, dann genügt um eine nachhaltige Arbeitsplatzsicherung zu erreichen. Problematisch ist, dass im Krisenfall die Überstunden im Falle einer Kündigung oder Insolvenz des Arbeitgebers verloren gehen können, d.h. nicht vergütet werden. Oft sind solche Arbeitszeitkonten auf die Zeit vor dem Renteneintritt beschränkt.
Kurzarbeit:
Bei Kurzarbeit arbeitet der Arbeitnehmer kürzer und um diese Verkürzung der Arbeitszeit verkürzt sich auch das Arbeitsentgelt. Kurzarbeit ist nur möglich, wenn sie im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung vorgesehen ist. Der Arbeitgeber kann bei der Bundesagentur für Arbeit Kurzarbeitergeld beantragen. Mit Hilfe des Kurzarbeitergeldes wird ein Teil des verkürzten Arbeitsentgelts ausgeglichen, siehe dazu http://www.zeitarbeittransparent.de/2008/12/04/hilft-die-bundesregierung-kurzarbeitergeld-verlangert-fur-2009/.
Aufhebungsvertrag mit Abfindung:
Hier trennen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer einvernehmlich, sie einigen sich auf eine Abfindung und heben gemeinsam den bestehenden Arbeitsvertrag auf. Die Aufhebung ist tatsächlich ein Vertrag. Diese Möglichkeit birgt ein gewisses Risiko, da oft zunächst kein Arbeitslosengeld fließt, wenn man eine Abfindung erhalten hat, obwohl eigentlich einem durch eine Abfindung bei konkreter Gefahr einer betriebsbedingten Kündigung kein Nachteil entstehen soll.
Altersteilzeit:
Altersteilzeit ist eine beliebte Methode den Personalbestand zu reduzieren. Ein Arbeitnehmer, der sich in Altersteilzeit begibt, beendet sein Arbeitsverhältnis und zählt somit nicht mehr zum Personalbestand. Aus diesem Grund ist die Altersteilzeit bei Arbeitgebern so beliebt und dies führt oft dazu, dass zusätzlich noch Abfindungen gezahlt werden. In der ersten Phase der Altersteilzeit arbeitet der Arbeitnehmer meist voll um in der zweiten Phase gar nicht mehr zu arbeiten. Das Altersteilzeitgehalt wird kontinuierlich über den gesamten Zeitraum der Altersteilzeit ausgezahlt.
Betriebsbedingte Kündigung:
Die betriebsbedingte Kündigung ist die härteste und endgültige Lösung für den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer. Allerdings ist sie bei weitem nicht die einfachste für den Arbeitgeber, obwohl diese Meinung oft zu hören ist. Problematisch dabei ist die sogenannte Sozialauswahl. Hier muss der Arbeitgeber berücksichtigen, wie alt der Arbeitnehmer ist, wie lange er dem Betrieb zu gehört und welche Unterhaltspflichten er zu tragen hat. Im schlechtesten Fall führt dies dazu, dass der Arbeitgeber gerade seine wichtigsten Arbeitnehmer entlassen muss. Es gibt allerdings Sonderregelungen zur Sozialauswahl, genau um dies zu vermeiden. In Unternehmen mit Betriebsrat, hat dieser bei betriebsbedingten Kündigungen mitzusprechen. Grundsätzlich kommt eine betriebsbedingte Kündigung nur in Betracht, wenn die Arbeitsplätze dauerhaft wegfallen und nicht nur vorübergehend. Leider ist in der momentan Krise von einem dauerhaften Wegfall auszugehen.
Hilft die Bundesregierung? Kurzarbeitergeld verlängert für 2009
Was unternimmt die Bundesregierung um die Zeitarbeiter zu unterstützen?
Die Bundesregierung hat beschlossen, die Bezugszeit des Kurzarbeitergeldes zu verlängern, von 12 auf 18 Monate. Diese Regelung soll ab 1.1.2009 gelten und für ein Jahr gelten. Hat ein/e Arbeitnehmer/-in einen Anspruch auf Kurzarbeiter in 2008, so bleibt es bei einer Bezugsfrist von 12 Monaten. Für das aktuelle Jahr geht man von ca. 73.000 Kurzarbeitern aus und für das Jahr 2009 rechnet man mit einem Anstieg auf ca. 160.000 Menschen in Kurzarbeit (vgl. Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung).
Was bringt Kurzarbeit dem Arbeitgeber und warum ist es auch für den Arbeitnehmer von Vorteil?
Für den Arbeitgeber ist es ein weiteres Instrument um flexibel auf die aktuelle Auftragslage reagieren zu können. Ist der Arbeitgeber von einem Auftragseinbruch betroffen, wie beispielsweise aktuell sehr viele durch die Wirtschaftskrise, kann der Arbeitgeber einen Teil oder seine gesamte Belegschaft in Kurzarbeit schicken. So kann der Arbeitgeber sich seine eingearbeitete Belegschaft erhalten und verliert kein Know-How in seinem Unternehmen.
Der Vorteil der Arbeitnehmer liegt offensichtlich darin, dass sie nicht in die Arbeitslosigkeit fallen und ihre Arbeitslosenversicherung in Anspruch nehmen müssen. Damit wird auch der Staat entlastet, da dieser nur das Kurzarbeitergeld auszahlen muss.
Somit können die betroffenen Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz behalten und vermeiden durch Kurzarbeit die Arbeitslosigkeit. Auch die oft dramatischen Folgen von Arbeitslosigkeit werden dadurch vermieden. Die Bundesregierung hilft die betroffenen Arbeitsplätze zu erhalten.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales denkt weiter darüber nach, die Zeit während der Kurzarbeit verstärkt für eine bezahlte Weiterbildung und Qualifizierung zum Vorteil der betroffenen Arbeitnehmer zu nutzen. Es wird hier auch über spezielle Regelungen für ältere Arbeitnehmer nachgedacht.
Lesen Sie zu grundlegenden Information über Zeitarbeit den Download von www.ZEITARBEITtransparent.de.
Aufgrund des aktuell hohen Informationsbedarfs bzgl. Kurzarbeit hat ZEITARBEITtransparent.de jetzt einen 16seitigen PDF-Download zum Thema Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld in das Angebot aufgenommen. Definition und alle Informationen zur Kurzarbeit sowie die Berechung von Kurzarbeitergeld werden in dem PDF-Download ausführlich und gut verständlich dargestellt. Ebenso wird das Transferkurzarbeitergelt besprochen.
Eine weitere Gruppe zum interaktiven Austausch
ZEITARBEITtransparent möchte möglichst viele Menschen erreichen und setzt dazu auf aktive Gruppen in öffentlichen Netzwerken. Dort sind viele Menschen zu erreichen, die sich sonst nicht äußern würden zu dem Thema Zeitarbeit.
Aus diesem Grund hat www.ZEITARBEITtransparent.de auch auf www.myspace.com Gruppe eröffnet, um einen weiteren Platz zum Erfahrungsaustausch und zur Diskussion zu schaffen. Das Thema ist natürlich Zeitarbeit, Vor – und Nachteile, Erfahrungen, Tipps und Tricks. Die Gruppe findet ihr unter http://groups.myspace.com/zeitarbeittransparent. ZEITARBEITtransparent freut sich auch hier auf eine rege Teilnahme.
Lesen Sie auch den Blog zum Thema Zeitarbeit, Information, Informationen, Diskussion, Erfahrung, Leiharbeit, Zeitarbeitsfirma und jetzt neu Kurzarbeit, Kurzarbeitergeld, Kurzarbeitergeldtabelle, Berechnung, Transferkurzarbeitergeld, Transfergesellschaft, alles relevant in 2009 aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise.

